Studiofotografie

ANDREAS PÖSCHEK

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Führen Sie Ihren Beruf/ Ihre Tätigkeit gerne aus?

Fotografie hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Sie begleitet mich immer – ich kann den Beruf nicht in der Freizeit abschalten, da ich mich auf Reisen oder Unterwegs mit dem Festhalten von Eindrücken auseinandersetze. Die fertige Fotografie bedeutet für mich eine Komposition aus Sichtweisen der Wirklichkeit für ein Publikum. Dementsprechend ist es für mich eine Berufung mit Motivation und Leidenschaft.

 

Was hat der Wettbewerb für einen Stellenwert für sie?

Der Wettbewerb bot mir die Möglichkeit mich international mit anderen Fotografen zu messen. Es ist sehr interessant unterschiedliche Blickwinkel und Prioritäten der einzelnen Fotografen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zu sehen. Das drückt sich dann auch in der Jury aus. Je nach Besetzung werden unterschiedliche Akzente gesetzt. Es ist eine Herausforderung sich dieser Internationalität zu stellen und sein Geschick dafür einzusetzen um möglichst allen Erwartungen gerecht zu werden. Beispielsweise ist es in Europa ein beliebtes Stilmittel Personen in der Mode anzuschneiden oder Körperteile besonders markant in das Blickfeld zu rücken. Für indische Fotografen wäre das ein klassisches no-go. Dort muss der Mensch als Ganzes vollkommen im Mittelpunkt stehen ohne jeglichen Einschnitt.

 

Was hat sich für Sie verändert nach dem Wettbewerb?

Mit der Teilnahme am Wettbewerb begann ich die Erfahrung aus den unterschiedlichen Sichtweisen der Teilnehmer aus anderen Ländern in mein eigenes Schaffen miteinzubeziehen. Ich setzte mich mit Themen bei der Bildkomposition auseinander, die wir hier in Europa nicht im Fokus haben. So erweiterte ich mein Repertoire und die Bildsprache.

 

Wie haben sie sich gefühlt beim Wettbewerb?

Der Wettbewerb motiviert. Man hat nicht viel Zeit, um unter höchster Konzentration ein Werk abzuliefern. Dementsprechend arbeitet man unter Anspannung. Es heißt hierbei Ruhe zu bewahren und seine Routine und Können abzurufen. Da ich gerne spontan arbeite bereite ich mich nicht sonderlich darauf vor – ich nutze das, was da ist mit möglichst wenig Hilfsmittel und improvisiere dann. Das gelingt aber nur dann gut, wenn man entsprechende Berufserfahrung und Routine bereits angeeignet hat – bei meinen ersten Wettbewerbsteilnahmen war ich noch viel mehr mit mir selbst beschäftigt als mit dem Werk. Wenn man aber dann sein Werkstück – die Fotografie – abgeliefert hat bedeutet es sich zu entspannen, gleichzeitig aber auf die Siegerehrung zu fiebern. Ist man dabei? Steht man am Podest? Sobald die Ergebnisse veröffentlicht sind und man durch Teamkollegen die frohe Botschaft über eine Medaille übermittelt bekommt weiß man, dass sich die Mühe gelohnt hat.

 

Was waren für Sie die Highlights?

Highlights bedeuten die Teilnahme im Team, die Momente am Podest und die Vernetzung mit anderen Teilnehmern auf der ganzen Welt. Man bleibt über den Wettbewerb hinaus in Kontakt und es entstehen berufliche Verbindungen aber auch Freundschaften über die Kontinente hinweg. So lernte ich im Jahr 2000 in Prag George aus Taiwan kennen – einen Fotografen, der viele Jahre zuvor in Dortmund studierte. Wir blieben weiterhin in Kontakt und sahen uns in den vergangenen 20 Jahren abseits von den Abilympics. Die Teammitglieder des österreichischen Kaders unterstützen sich gegenseitig durch Motivation und Vorbereitung. Die AUVA und ihre Partnerorganisationen tragen als Organisation sehr viel bei, indem sie den Rahmen zur Vorbereitung in Österreich mit Trainings und Zusammenkünften ermöglichen und uns dann auch vor Ort beim Wettbewerb bestens unterstützen – nicht nur finanziell, sondern auch persönlich mit motivierten langjährigen Trainern, Mentoren und Organisatoren.

Sich zu messen und zu zeigen was man beruflich kann und wo seine Fähigkeiten sind – genau das bietet der Berufswettbewerb für Menschen mit Behinderungen.

Zum Glück schreitet die Inklusion immer weiter in der Gesellschaft voran, aber in vielen Bereichen ist es noch immer wichtig der Öffentlichkeit zu zeigen, dass man trotz Behinderung auch an der Leistungsgesellschaft teilhaben kann. Man darf aber auch den Austausch mit den anderen Teilnehmern nicht vergessen – er spornt an und führt zum Erfahrungsaustausch. Die AUVA schafft es bereits seit Jahrzehnten zusammen mit anderen Organisationen erfolgreich eingebettet in der Stadt Salzburg den professionellen Rahmen zu bieten – ohne diesen wären die anschließenden internationalen Erfolge nicht möglich.

 

 

Letzte Änderung 22. Juni 2020 11:46 von michelitsch